MOCHI

Ein beliebtes Dessert bei uns ist das Mochi-Eis. Mochi bezeichnet dabei den japanischen Reiskuchen.

Mochi werden aus Klebreis hergestellt mochigome, der ihnen auch den Namen verleiht. Der Klebreis wird zunächst gedämpft und anschließend in Mörsern mit großen Holzstößeln geschlagen. Während diese traditionelle Zubereitungsmethode nur noch bei öffentlichen Vorführungen oder Volksfesten angewendet wird, übernehmen Maschinen immer öfter das anstrengende Stampfen. Theoretisch kann der frische Teig so direkt als weicher Kuchen oder in getrockneter Form gegessen werden. In der Praxis werden die Küchlein allerdings meistens noch geröstet und zusammen mit Zucker, Sojasoße und Nori serviert.

Ihren Ursprung haben die Mochi in der japanischen Yayoi-Periode (300 v. Chr.–300 n. Chr.), in der begonnen wurde, Reis anzubauen. Während Mochi Anfangs dem Kaiser vorbehalten waren entwickelten sie schnell eine spirituelle Funktion als “Speise der Götter” und Opfergabe in japanischen Shinto-Tempeln. Während die langen Fäden der frischen Mochi langen Leben verheißen, symbolisieren die getrockneten Mochi Stärke und Ausdauer.

Besonders während des japanischen Neujahrsfestes spielen Mochi eine besondere Rolle. Sie werden dann als Beilage zur speziellen Neujahrssuppe zōni gegessen. Da es Glück bringen soll, möglichst viele Mochi zu essen kommt es leider jedes Jahr zu Todesfällen durch Ersticken. Des Weiteren werden sogenannte Spiegel-Mochi, ein Turm aus einer Orange und zwei Mochi, als Verzierung im Haus aufgestellt. Sie sollen das alte und das neue Jahr repräsentieren.

Weitere Festlichkeiten, an denen Mochi eine besondere Rolle spielt, sind die Kirschblüte, während der rosa Mochi in essbaren Kirschblättern serviert werden, der Kindertag am 5. Mai und der Mädchentag, an dem längliche Mochi mit einer weißen, roten und grünen Schicht geopfert werden.

 
Weicher Mochi-Teig gefüllt mit leckerem Sesam-Eis

Weicher Mochi-Teig gefüllt mit leckerem Sesam-Eis